>Interview mit Sonja Kalusche

Interview mit Sonja Kalusche

SK Kalusche Consulting: Wohin geht die Reise 2018?

Kalusche Consulting hat ein erfolgreiches Jahr 2017 mit einigen Veränderungen hinter sich. Große Projekte wurden erfolgreich abgeschlossen, neue Partner sind hinzugekommen. Wachsen heißt aber auch, dass Strukturen verändert werden müssen. In einem Interview gibt Frau Sonja Kalusche einen Ausblick auf die Aktivitäten und Ziele von Kalusche Consulting im Jahr 2018: Über die Umfirmierung in eine GmbH. Welche Themen für Kalusche Consulting und seine Kunden im Mittelpunkt stehen. Und schließlich ein paar ganz persönliche Einblicke: vom Älterwerden bis zum Yoga.

Sprechen wir über die Arbeit und Kundenprojekte. Sind Sie mit dem vergangenen Jahr zufrieden?

2017 war ein sehr bewegtes Jahr – in vielerlei Hinsicht. Wir haben große Veränderungsprojekte begleitet, und die Zahl der Coachingaufträge ist noch einmal gewachsen. Im Vergleich zu den Vorjahren lag der Schwerpunkt jedoch auf Veränderungsprojekten, die wir von Anfang an und über einen längeren Zeitraum gestaltet haben. In ihrem Mittelpunkt standen oft Kulturthemen. Es wird zunehmend deutlich, dass Kooperation und ein gutes Miteinander wettbewerbsentscheidende Erfolgsfaktoren sind. Positiv ist sicher auch: Unsere Kunden sind sehr zufrieden und die Ergebnisse wirken nachhaltig.

Jochen Opdenplatz ist als neuer Kooperationspartner hinzugekommen. Er ist ebenfalls systemischer Berater und Coach und ist zudem auch ausgebildeter Mediator. Sein „Onboarding“ ist inzwischen abgeschlossen und er ist mit sehr guter Resonanz in Kundenprojekten aktiv.

In der Organisation von Kalusche Consulting haben wir festgestellt, dass wir den bisherigen Strukturen entwachsen sind. 2018 werden wir einiges ändern. Vor allem haben wir vor, umzuziehen, da wir dringend mehr Platz brauchen. Wir sind gerade auf der Suche nach neuen Räumen.

Und wie ist Ihr ganz persönliches Resümee 2017?

Für mich persönlich war 2017 ein ganz besonderes Jahr. Ich bin letztes Jahr 50 geworden, ein guter Zeitpunkt, um für eine Zwischenbilanz innezuhalten und neue Schwerpunkte zu setzen: Was sind jetzt die nächsten wesentlichen Schritte? Was ist schon erreicht? Was soll noch passieren?

2017 kamen zu Kalusche Consulting neue Partner hinzu. Werden sich Art und Umfang Ihres persönlichen Einsatzes dadurch verändern?

Kalusche Consulting ist geprägt durch Sonja Kalusche. Und Sonja Kalusche wird auch weiterhin präsent sein. Aber natürlich werden die Kooperationspartner – an meiner Seite oder eigenständig – Projekte umsetzen. An den strategischen Überlegungen bin ich weiterhin beteiligt; die operative Umsetzung erfolgt aber nicht mehr unbedingt durch mich.

Kalusche Consulting – Umfirmierung in eine GmbH
Kalusche Consulting wächst – die Rechtsform passt sich deshalb der Größe der Organisation an. Lange ist Kalusche Consulting als Einzelunternehmen geführt worden, aber mit der Aufnahme von Kooperationspartnern ist das nicht mehr das Richtige. Die Überführung in eine GmbH ist also ein folgerichtiger Entwicklungsschritt für 2018. Im Zuge dieser Umfirmierung werden wir auch das Firmensignet, das zurzeit noch die Initialen SK für Sonja Kalusche enthält, neu konzipieren und für die Zukunft überarbeiten.

Welche Themen werden 2018 die Arbeit von Kalusche Consulting bestimmen?

Spagat zwischen Bewährtem und Neuem
Für uns gilt es: In das Alte, gut Bewährte neue Themen wie „Agiles Führen“ oder „Führung 4.0“ zu integrieren. Agile Workshop-Konzepte müssen erarbeitet und es muss hinterfragt werden: Was davon zu integrieren macht wirklich Sinn? Was ist nur eine Modeerscheinung? Nehmen wir alles mit, was an neuen Themen kommt, oder setzen wir stärker auf Altbewährtes? – Das sind Fragen, die wir im Team vor der Umsetzung neuer Konzepte diskutieren. Wir haben eine Art „Versuchslabor“ und können Dinge hier ausprobieren und weiterentwickeln.

Digitalisierung ist natürlich auch ein Thema bei Kalusche Consulting: Braucht es Seminarunterlagen noch als Papier? Wie können Prozesse straffer werden? – Das gilt selbst im Coaching-Angebot mit dem Ausbau der Online-Coaching-Möglichkeiten.

Welche Themen stehen seitens Ihrer Kunden im Vordergrund?

Digitalisierung – daran kommt keiner vorbei
Themenkomplexe rund um das Thema Digitalisierung, vor allem schlankere Prozesse und Organisation, stehen im Fokus. Eingehende Anfragen enthalten häufig: „Wir müssen uns stärker hin zur Digitalisierung bewegen.“ Ein wichtiges Thema, für das Kalusche Consulting Beratungsangebote erarbeitet.

Agilität – Änderung der Kultur
Ein weiteres Thema, das Unternehmen und Personaler 2018 beschäftigen wird, ist ohne Zweifel Agilität. Voraussetzung für die erfolgreiche Einführung von Agilität ist immer auch eine Veränderung der Kultur, eine Veränderung in den Köpfen der beteiligten Personen. Auch in der Führungskultur der Unternehmen muss sich etwas verändern, hin zu einem transparenten und kooperativen Führungsstil. Das ist eine enorme Herausforderung. Individuelle Coachings und interner Erfahrungsaustausch leisten Führungskräften gute Dienste dabei, ihren Führungsstil kritisch zu hinterfragen und neue Blickwinkel und Ansätze zu erarbeiten. Es gibt 2018 also viel zu tun.

Aus Sicht des BPM (Bundesverband der Personalmanager) wird 2018 das Thema „Future proof – mit Arbeit 4.0 die Organisation der Zukunft schaffen“ ein Schwerpunktthema sein. Wie ist Ihre Ansicht zu Führung 4.0?

Es ist gut, dass wir uns mit Führung 4.0 beschäftigen – also mit der Frage: Was heißt Führung unter den geänderten Rahmenbedingungen? Wir haben einen Fachkräftemangel, wir haben die Generation Y zu führen und wir sind schneller und komplexer geworden. Die alten Führungskonzepte können da nicht mehr passen. Und das tun sie auch nicht mehr. Am auffallendsten ist im Bereich des öffentlichen Lebens zu erkennen, dass sie nicht mehr funktionieren.

Wenn sich eine Organisation die Frage stellt: „Wollen wir agiler werden? Wollen wir Führung 4.0 einführen?“ ist aus meiner Perspektive als Beraterin die zentrale Frage dabei: Wozu? – Wozu wollen Sie das für Ihre Organisation verändern? Also: Worin liegt der Mehrwert? Die zweite Frage ist dann: Wie ist der Reifegrad der Organisation? Was ist alles an Basiswissen vorhanden, das eine Umstellung in eine agile Richtung erleichtert?

Die Themen rund um Führung 4.0 werden kommen. Aber es gibt bereits die VUCA-Welt, und sie ist genau beschrieben. Was es braucht, damit die Führungskräfte in dieser VUCA-Welt zurechtkommen, gilt es herauszufinden. – Mir fällt hierzu ein passendes Bild ein: ein Kanufahrer im Wildwasser. Ein treffendes Bild für unsere Zeit. Wir leben in einer unruhigen, schnelllebigen Zeit. Man kann es unangenehm finden, in diesem Boot zu sitzen. Was es braucht, ist Mut, sich den Stromschnellen zu stellen. Man muss sich mit seiner Angst auseinandersetzen und mit dem Scheitern umgehen lernen. Aber man lernt auch: Ich bin nicht alleine. Ich sitze nicht alleine an Bord. Ich kann mich austauschen und Unterstützung erhalten.

Zum Abschluss des Gesprächs noch einen Blick in den persönlichen Bereich von Sonja Kalusche. Woher nehmen Sie Ihren Elan und Ihre Begeisterung? – Gibt es ein Geheimrezept? Und wie schaffen Sie sich privat einen Ausgleich zum Job?

Ein Rezept ist sicher: Leidenschaft für die Arbeit. Nach so vielen Jahren übe ich meinen Beruf immer noch sehr gerne aus und finde jedes Beratungsprojekt spannend. Und was mit dem Alter sicher auch hinzukommt: Gelassenheit. Wenn es mal turbulent wird, gehe ich Aufgaben einfach step by step an. – Einen Ausgleich zum Beruf schaffe ich, indem ich regelmäßig Yoga praktiziere und so oft wie möglich in die Natur gehe. Ich nehme mir auch bewusst Zeiten, in denen ich mich ganz zurückziehe, ich bin ein Fan von Auszeiten.
Aber ich nehme Arbeit ab und zu auch mit nach Hause, zum Beispiel ein Workshop-Design. Das Drehbuch ist für mich wie ein Designerstück, wie ein selbstgenähtes Kleid. Wenn etwas neu konzeptioniert wird und ich weiß, an einer Stelle fehlt etwas oder es sitzt an einer Stelle nicht richtig, beschäftigt mich das. Es bereichert mich aber auch, ich liebe es, Neues zu entwickeln.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Frau Kalusche beruflich und privat?

Den Unterschied gibt es mit Sicherheit. Im Beruflichen bin ich mit meiner ganzen Aufmerksamkeit präsent und stehe im Mittelpunkt. Im Privaten bin ich eher zurückgenommen – ich agiere mehr im Hintergrund. Und ich genieße es, einfach mal nicht reden zu müssen.

Vielen Dank, Frau Kalusche, für das interessante Gespräch.

2018-06-05T10:32:43+00:0010.02.2018|
Kalusche Consulting